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Einmal noch nach Hamburg

Einmal noch in die Geburtsstadt, vielleicht die Schulfreundin, die sie aus den Augen verloren hat, noch einmal treffen und einfach noch einmal das Flair der Heimatstadt erleben – diesen Wunsch hat Renate aus dem Landkreis Regen gegenüber ihrer Tochter und dem Pflegedienst Pallidonis , der sie betreut, geäußert. Das Problem: Renate hat einen Tumor, der bereits Metastasen ausbildet und deswegen ist die Wunscherfüllung für die Tochter kaum möglich. Aber der Pflegedienst erinnert sich an das Herzenswunsch-Hospizmobil des BRK Straubing-Bogen, das für Niederbayern-Oberpfalz zuständig ist. Das Leitungsgremium schlägt die Wunscherfüllung vor und nach einigen Gesprächen steht fest: Ein Team fährt Renate nach Hamburg.

Ein Herzenswunsch von ihr ist ihre Freundin aus Kindertagen Hamida noch einmal zu sehen. Der Kontakt war vor vielen Jahren abgebrochen. Angela Fischer, die sich um die Organisation des Wunsches kümmert, schreibt die Einwohnermeldeämter an und erhält tatsächlich eine Adresse. Allerdings meldet sich lange niemand – bis in der Woche vor dem geplanten Termin das Telefon klingelt. Die Angeschriebene ist tatsächlich die Schulfreundin, war aber im Urlaub und konnte sich erst jetzt melden.

Außerdem will Renate unbedingt bei Schweinske, ihrem früheren Lieblingsrestaurant, essen gehen. Angela Fischer nimmt Kontakt mit der Restaurantkette auf und die reagiert sofort: Renate, ihre Begleiterinnen und das Team sind herzlich eingeladen. Die Verantwortlichen schicken zudem ein Willkommenspaket mit Bild, Tassen und vielem mehr! Ein weiterer Programmpunkt: die obligatorische Hafenrundfahrt. Die Elbreederei Rainer Albricht lädt die Hamburger Deern und ihre Begleiter spontan ein und organisiert die Rundfahrt.

Am Dienstag geht es dann auf große Fahrt: Renate, ihre Tochter sowie das Team des Herzenswunsch-Hospizmobil machen sich auf den Weg nach Hamburg und kommen bei regnerischem Wetter in der Hansestadt an. Nach der langen Fahrt sind alle ziemlich groggy und fallen ins Bett. Am nächsten Morgen ist Renate fast munterer als alle Mitfahrer, so sehr belebt sie offenbar die Hamburger Luft. 

Beim Treffen in der Hotellobby überrascht Hamida Renate und es wird das erste Mal so richtig emotional: die Tränen fließen, nicht nur bei den beiden, sondern ganz verstohlen auch bei den Begleitern.

Bereits im Vorfeld hatte der DRK-Kreisverband Altona-Mitte Unterstützung zugesagt. Deswegen stieß Klaas Mewes zu den Niederbayern. Er erwies sich als ebenso ortskundig wie liebevoll im Umgang mit Renate. Reeperbahn, Landungsbrücken, Hafenrundfahrt, Michel… Die touristischen Höhepunkte der Hansestadt waren für Renate und das Team natürlich auch Anlaufpunkt. Gerade die Hafenrundfahrt mit der Elbreederei Rainer Albricht ist für alle ein großes Vergnügen. Es sollte aber auch ein Besuch der Elbphilharmonie sein. Doch: wegen der Verleihung des Deutschen Radiopreises war der Zugang gesperrt. Womit Produktionsleiter Markus Dreyer nicht gerechnet hatte, war die Hartnäckigkeit von Angela Fischer. Letztendlich konnten die Niederbayern auf die Aussichtsplattform.

Außerdem schaffte das Herzenswunsch-Hospizmobil auch eine Art Familienzusammenführung. Denn ihre Schwester, deren Sohn und dessen Angehörige leben in Hamburg und wollten Renate natürlich auch noch einmal treffen. Erneut flossen die Tränen und unsere Ehrenamtlichen waren sich einig: das sind genau die Gründe, warum wir solche Fahrten durchführen

Der letzte Wunsch an diesem Tag: Essen im Schweinske. Und was die Verantwortlichen im Restaurant Reeperbahn auf die Beine stellten, versetzte nicht nur Renate in Verzückung. Das gesamte Team, die Schulfreundin und Angehörige fühlten sich den ganzen Abend als VIPs. Und an zahlen war nicht zu denken!

Am Donnerstag ging es dann wieder zurück nach Niederbayern, mit vielen Eindrücken und Emotionen im Gepäck. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Spender, die solche Fahrten möglich machen, an Schweinske und die Elbreederei Rainer Albricht sowie alle Unterstützer aus dem DRK-Kreisverband Altona-Mitte. Das Team des Herzenswunsch-Hospizmobil hat seit August 2018 24 Wunschanfragen erhalten und 16 davon erfüllen können. Das Projekt ist komplett spendenfinanziert.